Whitepaper - Einblicke aus der Verwaltungspraxis

Voigtmann GmbH

2026

Nürnberg

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Videokommunikation kann Verwaltungswege vereinfachen. Laut einer Civey-Umfrage im Auftrag der Voigtmann GmbH wünschen sich 63 % der Bürger, Behördenangelegenheiten per Video zu erledigen. Sie versprechen sich Zeitersparnis und Flexibilität. Tatsächlich genutzt wird der Kanal bisher kaum: Nur rund 4 % haben bereits mit einer Behörde per Video kommuniziert.

Einleitung: Status quo der Behördenkommunikation

Viele Digitalisierungsinitiativen wurden bereits angestoßen – dennoch erfolgt die Kommunikation zwischen Bevölkerung und öffentlichen Verwaltungen in Deutschland vielfach weiterhin analog. Dabei wird immer deutlicher: Videokommunikation bietet großes Potenzial, um Verwaltungsprozesse effizienter, serviceorientierter und zukunftsfähiger zu gestalten. Eine Untersuchung des Digitalverbands Bitkom aus dem Jahr 2024 veranschaulicht die Problematik:

Behördenanliegen dauern im Durchschnitt 2 Stunden und 21 Minuten. Davon entfällt die eigentliche Beratungszeit im Termin auf rund 36 Minuten. Deutlich mehr Zeit beanspruchen die An- und Abfahrt mit durchschnittlich 57 Minuten sowie die Wartezeit vor Ort mit weiteren 48 Minuten.

Stand der Dinge: Bürgerwunsch und reale Nutzung

Videokommunikation kann dazu beitragen, den Kontakt zur Verwaltung deutlich zu vereinfachen. Eine repräsentative Umfrage des Instituts Civey im Auftrag der Voigtmann GmbH zeigt: 63 Prozent der Bevölkerung würden Behördenangelegenheiten gerne per Video erledigen. Viele sehen darin eine Zeitersparnis und mehr Flexibilität.

Balkendiagramm einer Civey-Umfrage zur Frage „Welche Vorteile kann Videotelefonie bei Behördengängen bringen?“: Zeitersparnis 44,7 %, Wegfall langer Wege 34,0 %, schnellere Bearbeitung 25,5 %, flexiblere Zeitplanung 23,5 %, Bequemlichkeit 18,5 %, Schutz der Umwelt 14,0 %.

Dem steht eine bislang sehr geringe Nutzung gegenüber: Nur etwa 4 Prozent der Befragten haben bereits mit einer Behörde per Video kommuniziert.

Ein positives Beispiel ist die Bundesagentur für Arbeit. Dort wurden seit 2020 über 3,7 Millionen (Stand: 06.10.2026) Videoberatungsgespräche durchgeführt – mit hohen Zufriedenheitswerten auf Seiten der Bürgerinnen und Bürger wie auch der Mitarbeitenden.

Balkendiagramm einer Civey-Umfrage zur Frage „Nutzen Sie in Ihrer Organisation bereits Videokommunikation für Bürgeranliegen?“: Nein 68,4 %, Ja 24,1 %, Weiß nicht 7,5 %.

Abgrenzung: Grenzen klassischer Videokonferenzsysteme

Die Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern stellt andere Anforderungen als interne Besprechungen in Behörden. Klassische Videokonferenzsysteme wie Teams, Zoom oder Webex sind für die Kommunikation innerhalb von Organisationen konzipiert – nicht für den Bürgerservice.

Für den Einsatz im öffentlichen Bereich sind insbesondere folgende Anforderungen relevant:

Vier Anforderungen an Videokommunikation in Behörden: 1. Eine intuitive und barrierearme Nutzung, unabhängig vom technischen Hintergrund der Nutzenden. 2. Ein Verzicht auf Softwareinstallationen, Registrierungen oder komplexe Zugangsvorgänge. 3. Die konsequente Einhaltung von Datenschutzstandards und die revisionssichere Dokumentation. 4. Die sichere Verarbeitung personenbezogener Daten, einschließlich Absicherung gegen Manipulation des Medienstroms.

Nur Lösungen, die diese Kriterien konsequent erfüllen, können die Kommunikation zwischen Verwaltung und Bevölkerung nachhaltig verbessern.

Mehrwert: Potenziale aus Sicht der Verwaltung

Viele Mitarbeitende in der öffentlichen Verwaltung erkennen bereits konkrete Vorteile durch Videokommunikation – insbesondere dort, wo entsprechende Lösungen etabliert sind. Eine bundesweite Befragung hebt folgende Nutzenaspekte hervor:

Fünf Vorteile von Videokommunikation in der Verwaltung: 1. Schnellere Bearbeitung von Anliegen. 2. Reduzierung persönlicher Behördengänge. 3. Effizientere Prozesse in der Verwaltung. 4. Höhere Zufriedenheit der Bevölkerung. 5. Förderung von Homeoffice-Strukturen.
Balkendiagramm einer Civey-Umfrage zur Frage „Welche Vorteile sehen Sie in der Nutzung von Videokommunikation in der Bürgerberatung?“: schnellere Bearbeitung von Anliegen 45,2 %, Reduzierung persönlicher Besuche 37,5 %, effizientere Prozesse in der Verwaltung 25,8 %, höhere Bürgerzufriedenheit 23,5 %, Förderung von Homeoffice 20,2 %.

Gleichzeitig zeigt sich: Die Nutzung bleibt weit hinter dem Potenzial zurück. Die Bereitschaft zur Nutzung liegt bei über 65 Prozent – sofern Datenschutz, einfache Bedienung und Integration sichergestellt sind.

Wirkung: Signifikante Effizienzgewinne im Vergleich zum Vor-Ort-Termin

Erfahrungen aus der Praxis belegen die positiven Auswirkungen spezialisierter Videokommunikation auf Verwaltungsprozesse.

Bei der Bundesagentur für Arbeit konnte die durchschnittliche Dauer eines Behördentermins durch den Einsatz der Plattform „Mein Videotermin“ von 141 auf 21 Minuten reduziert werden. Das ergibt eine Zeitersparnis von rund 85 Prozent:

Infografik „Mehr Servicequalität und geringerer Zeitaufwand für Bürger mit der Webapp Mein Videotermin“: Eine Vor-Ort-Beratung im Amt erfordert laut Bitkom-Studie 2024 einen Gesamtaufwand von 141 Minuten. Eine Videoberatung mit Mein Videotermin dauert durchschnittlich 21 Minuten. Das entspricht rund 85 Prozent Zeitersparnis. Quellen: Bitkom und Bundesagentur für Arbeit.

Neben einer höheren Zufriedenheit auf Seiten der Bevölkerung und Mitarbeitenden wird auch die interne Effizienz gesteigert.

Die Dauer des eigentlichen Beratungsgesprächs von durchschnittlich 36 Minuten reduziert sich auf lediglich 21 Minuten – eine Zeitersparnis von nahezu 41 Prozent aus der Perspektive des Beraters.

Die Gesamtdauer eines Behördentermins von durchschnittlich rund 2 Stunden und 21 Minuten reduziert sich auf lediglich 21 Minuten – eine Zeitersparnis von nahezu 85 Prozent aus der Perspektive des Bürgers.

Erfolgsfaktor: Integration in Infrastruktur und Fachverfahren

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor liegt in der technischen und organisatorischen Integration der Videolösung. Die Plattform „Mein Videotermin Suite“ bietet hierfür folgende Funktionen:

Fünf Leistungsmerkmale von Mein Videotermin: 1. Bürgerfreundliche, intuitive Nutzung ohne technische Einstiegshürden – ohne Installation, Registrierung oder technische Hürden, auch für technisch nicht versierte Personen problemlos nutzbar. 2. Videoberatung mit Text-Chat, Bildschirm- und Dokumentenfreigabe – medienübergreifende Zusammenarbeit in Echtzeit. 3. Intelligente Terminsteuerung zur optimalen Ressourcennutzung – automatisierte Verfügbarkeitsabgleiche erhöhen die Planungssicherheit. 4. Nahtlose Anbindung an Fachverfahren – medienbruchfreie Bearbeitung ohne Doppelerfassungen. 5. Betrieb auf behördeneigener Infrastruktur oder Behörden-Cloud – volle Datenkontrolle sowie digitale Souveränität.

Diese Eigenschaften ermöglichen eine umfassende Einbettung in bestehende Prozesse – ohne zusätzliche Schnittstellen oder Systemwechsel.

Herausforderungen: Hemmnisse bei der Einführung

Trotz der bekannten Vorteile bestehen aus Sicht der Verwaltung zentrale Hemmnisse.Diese betreffen sowohl technische als auch soziale Aspekte:

Vier Herausforderungen bei der Einführung von Videokommunikation in Behörden: 1. Eingeschränkte digitale Kompetenz der Bürger. 2. Datenschutz- und Vertraulichkeitsbedenken. 3. Präferenz für persönliche Vorsprachen durch die Bevölkerung. 4. Technische Unsicherheiten in der Umsetzung.
Balkendiagramm einer Civey-Umfrage zur Frage „Welche Hemmnisse sehen Sie bei der Nutzung von Videokommunikation in der Bürgerberatung?“: Digitalkompetenz der Bevölkerung 39,6 %, Sorge um Datenschutz und Vertraulichkeit 35,9 %, Bevölkerung bevorzugt persönlichen Kontakt 35,1 %, Sorge bezüglich technischer Probleme 32,8 %.

Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass erfolgreiche Digitalisierung auch Veränderungsbereitschaft, Kommunikation und Schulung erfordert.

Grundlagen: Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche Einführung

Für eine nachhaltige Einführung von Videokommunikation sind bestimmte Rahmenbedingungen erforderlich. Diese betreffen Technik, Organisation und Nutzerorientierung.

Sechs Erfolgsfaktoren für Videokommunikation in der Bürgerberatung: 1. Datenschutz und Sicherheit – Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, DSGVO-Konformität, transparente Datenverarbeitung. 2. Niedrige Einstiegshürden – keine Registrierung, keine Downloads, geräteunabhängiger Zugang. 3. Einfache Bedienung – klare Nutzerführung, barrierefreies Design, intuitive Oberfläche. 4. Skalierbare Infrastruktur – leistungsstarke Server, hohe Ausfallsicherheit, netzwerktechnische Stabilität. 5. Systemintegration – Verbindungsfähigkeit zu bestehenden Fachverfahren und Verwaltungsprozessen. 6. Integration KI-Assistenten – Unterstützung für die Beratenden durch künstliche Intelligenz.

Empfehlung: Europäische Lösungen für digitale Souveränität

Digitale Souveränität ist ein strategischer Schlüsselbegriff für die öffentliche Hand. Europäische Plattformen wie „Mein Videotermin“ bieten einen klaren Vorteil gegenüber außereuropäischen Alternativen:

Sie erfüllen höchste Sicherheits- und Datenschutzstandards, ermöglichen die vollständige Kontrolle über Prozesse und stärken die technologische Unabhängigkeit.

Fazit und Handlungsaufruf

Die Verwaltung kann und sollte eine Vorreiterrolle bei der digitalen Kommunikation einnehmen. Die technischen Möglichkeiten sind vorhanden, die Akzeptanz in der Bevölkerung ist nachweislich hoch.

Sichere, skalierbare und benutzerfreundliche Videolösungen sind ein zentrales Element der serviceorientierten Kommunikation mit der Bevölkerung im öffentlichen Sektor.

Quellen

1: Bitkom Research, publiziert durch Bitkom e.V.: „Gänge aufs Amt kosten im Schnitt 2 Stunden und
21 Minuten“, Stichprobe 1.007 Personen, Jan. 2024

2: Umfrage der Civey GmbH im Auftrag der Voigtmann GmbH, Stichprobe 5.015 Personen, Feb. 2024

3: Umfrage der Civey GmbH im Auftrag der Voigtmann GmbH, Stichprobe 1.005 Personen in der öffentlichen, Verwaltung mit direktem Bürgerkontakt, März 2025

4: Bundesagentur für Arbeit, Juni 2025